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Bericht von der Saharatour Sommer 2002

Text und Fotos: Heide Roll
und Frank Kresse
(die Fotos lassen sich vergrößern)
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Unterwegs auf der „Gräberpiste“ und in Südalgerien


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Hochsommer und Schulferien kamen und wir, das sind Ulli und Ferry aus St. Pölten (bei Wien), Heidi und Hucky aus Rhadern (bei Korbach) sowie die Verfasser aus Kassel, machten uns am 28. Juni 2002 auf den Weg nach Genua, um dort die allseits geschätzte Fähre „Carthage“ nach Tunis zu nehmen. Unter den Mitreisenden auf dem prall gefüllten Schiff waren kaum Sahara-Fahrer mit Geländewagen, so dass wir davon ausgehen konnten, die Wüste (fast) für uns alleine zu haben.
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Tunesien war schnell durchquert und die Einreise nach Algerien erwies sich gegenüber früheren Jahren als erfreulich unkompliziert. Nicht nur die freundlichen Grenzbeamten hießen uns nach den touristenarmen Jahren (wegen des langen Bürgerkrieges im Norden Algeriens) herzlich willkommen:

Nach ca. 800 km Teerstraßenfahrt über El-Oued und Hassi-Messaoud füllten wir in Hassi bel Guebbour unsere Wasserkanister (160 l) und alle Dieseltanks (270 l), denn wir hatten eine Strecke von ca. 1.200 km Pisten und Gelände vor uns, ohne Tankmöglichkeit und mit unsicherer Wasserversorgung (man weiß besonders im Sommer nie, ob ein Brunnen Wasser führt).
An der Abzweigung „Les 4 Chemins“ beginnt eine alte Verbindungsstrecke, die wegen des Ausbaus östlich gelegener Strecken heute kaum noch Verkehrsbedeutung hat - dafür aber landschaftlich zu den reizvollsten Strecken gehört: steile Tafelberge mit tiefen Schluchten, wilde Felsformationen, grüne vegetationsreiche Trockentäler, weite Ebenen und vor allem die malerischen Dünen mehrerer Ergs – nahezu alles, was die Wüste an Reizen zu bieten hat, ist vertreten.

Von Touristen wird die Strecke etwas salopp „Gräberpiste“ genannt. Nicht etwa wegen zu Tode gekommener Touristen (obgleich die Region wegen der über 20 Touristen, die zunächst als verschollen galten und später als entführte Opfer zum Teil monatelang verschwunden blieben, aktuell eine etwas makabere Berühmtheit erlangt hat), sondern einerseits wegen der vielen Einzelgräber, die wohl von Nomaden oder Karawanenreisenden aus einer Epoche stammen, als die Gegend noch fruchtbarer war, und andererseits wegen der großen Grabfelder rechts und links am Wegesrand. Die Grabfelder stammen aus den äußerst blutigen Kämpfen zwischen den französischen Legionären und den Senoussi, den ärgsten Widersachern der Kolonialmacht Frankreich. Dort finden sich christliche Gräber gleich neben muslimischen Sammelgräbern, die zum Teil durch eine aus Steinen auf dem Boden ausgelegte „Nomadenmoschee“ mit gen Mekka gerichteter Gebetsecke ergänzt sind.
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Da wir „Nicht-Lehrer“ noch nie im Hochsommer in der Sahara waren, machte uns die Hitze mit 45 bis 50° C im Schatten (den gibt's meist nur unter dem Auto) in den ersten Tagen ziemlich viel zu schaffen. Erst als wir mit einer ausgeliehenen Blumenspritze Kopf und Oberkörper regelmäßig anfeuchteten und so den Fahrtwind nicht als glühendheißen Fön, sondern mehr als kühlende Prise empfanden, obendrein unsere Trinkwasserflaschen in feuchte Handtücher wickelten und so die Trinktemperatur auf „kühle“ 30° C senkten (das geht mit Bierdosen genauso gut!) und uns schließlich zwangen, auch mittags etwas zu essen, um nicht vollends „schlapp zu machen“, hatten wir wieder Spaß an der Reise. Dank dieser einfachen Maßnahmen verliefen die restlichen 4 Wochen noch sehr vergnüglich.
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Da der Wasserverbrauch sich pro Person auf 8-10 l täglich erhöhte (im Winter reichten 3-4 l), freuten wir uns über jeden wasserführenden Brunnen - auch wenn er erst noch im Bau war. Helfen konnten wir bei der großen Hitze den Brunnenbauern auf dem Foto nicht – aber für unsere Zigarettenspende waren sie sehr dankbar.
An einem intakten Brunnen trafen wir auf Nomaden mit ihren Dromedaren. Nach der üblichen Tee-Zeremonie (3 Gläser Tee für jeden) brachten sie uns ihre defekte Motorwasserpumpe in der Hoffnung, die nicht geringen Wassermengen für die Tiere bald wieder mit der Pumpe und nicht mehr mit dem Eimer aus dem tiefen Brunnen zu holen. Wir wollten sie nicht enttäuschen und uns natürlich auch die Schöpfarbeit ersparen. Obwohl wir mit Zweitaktmotoren besser klarkommen als mit Schöpfeimern, brachten wir den Motor mangels Ersatzteil leider nicht zum Laufen.
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Die Gräberpiste endet an dem kleinen Erg Amguid, der wie ein zusammengewehter, langgestreckter Sandhaufen zwischen den Bergzügen liegt. Wir wählten die westliche Umfahrung des Ergs, die auch von den zahlreichen Schmugglern befahren wird, da die voll beladenen Fahrzeuge dort sehr schnell und vor allem in genügender Entfernung von dem Militärposten Amguid nach Norden vorankommen. Jedes Mal, wenn wir solche Geländewagen sichteten, drehten die Fahrer ab und gaben Vollgas, denn wir hätten ja auch von der Polizei oder vom Militär sein können. Dass man auf dem glatten Sand sehr schnell fahren kann, haben wir dann auch mal ausprobiert.
Wir nahmen eine abwechslungsreiche Strecke entlang dem Teffedest Gebirge, dessen höchster Gipfel „Garet el Djenoun“ (2330 m) ein mystischer Geisterberg der Touareg ist. In den Sommermonaten kann man ihn wegen der enormen Staubentwicklung, unter der nicht nur wir sondern vor allem auch die Fotos gelitten haben, kaum erkennen.
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Zur Mittagszeit erreichten wir die Oase „Mertoutek“ in 1450 m Höhe. Bei kühlen 33° C empfing uns der Bürgermeister mit etlichen Familienmitgliedern ganz herzlich. Bald war das halbe Dorf in und um seine Hütte aus Schilfblättern (Zeriba) versammelt und wir wurden den Nachmittag über mit Tee, Couscous und Orangensaft verwöhnt. Als Gastgeschenke übergaben wir den beliebten grünen Tee und den begehrten Würfelzucker. Der Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, die im Sommer seltenen Gäste höchstpersönlich zu den wirklich schönen steinzeitlichen Felsmalereien am Talende zu führen. Die Besichtigungsgebühr bezahlten wir gerne an den netten Gastgeber.
Bei „In Amguel“ trafen wir nach knapp 1.200 km auf die Teerstraße und die Tankstelle. Der Verbrauch hielt sich mit gut 15 l/100 km erfreulicherweise in Grenzen. Von Tamanrasset aus machten wir uns auf die ca. 200 km lange „Assekrem Rundfahrt“, die durch das wunderschöne Hoggar Gebirge geht. Bis zur Überquerung des Assekrem Pass (2585 m) führt die Strecke an etlichen Vulkandomen vorbei, deren durch Erosion freigelegte Basaltkerne als Stelenbündel in den Himmel ragen. So z. B. der „Iharen“, der Hausberg von Tamanrasset.
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10 Wenn man die 20 % Steigung bis zum Pass geschafft hat, erwartet die Reisenden die nächsten 50-60km eine mörderisch schlechte und steile Piste durch die Berge. Entschädigt wurden wir für die Rüttelei mit wundervollen Ausblicken, z. B. auf den zuckerhutförmigen Basaltgipfel „Ilamane“.

Leider brach auf der „Folterstrecke“ an Ferrys Toyota die linke hintere Blattfeder. Aber er erreichte, die Feder notdürftig geschient, tatsächlich aus eigener Kraft Tamanrasset. Dort, bei einem begnadeten Mechaniker, der mal eben für einen vernünftigen Preis eine neue Blattfeder schmiedete und einpasste, wurde das Auto wieder instandgesetzt. Zerrissene Reifen und verbeulte Felgen werden dort ebenfalls kunstvoll repariert, denn neue Ersatzteile sind in den Wüstenoasen Mangelware.
Von Tamanrasset fuhren wir auf der südlichen Umfahrung des Hoggar Gebirges, der sogenannten Schmugglerpiste, die auf keiner offiziellen Karte eingezeichnet ist, in Richtung Djanet. Zunächst bis zur archäologischen Stätte „Youf Ahakit“ mit berühmten Rinder- und Spiralgravuren und spektakulären Felsformationen. Die Felsen haben die Form von Pilzen oder von steil aufragenden Orgelpfeifen, die Oberfläche runzelig wie Elefantenhaut.
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Ein besonders schöner Abstecher führte uns weiter nach Süden in das Oued Tagrira, dessen Eingangsbereich von einem monumentalen Felsentor beherrscht wird.  
Die Fläche ist von dem ehemals sehr breiten Fluss „Tagrira“ eingeebnet. An den Rändern sind die Felsen häufig vom Sand überweht. Dort fanden wir einen schönen, geborgenen Lagerplatz mit herrlichem Ausblick in die Ebene.
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Unser ständiger Begleiter in Richtung Nordost war nun das Oued Tadant und dann das Oued Honadj. Mehrere Pisten führten auffällig in Richtung Norden: alle trafen an einer Stelle zusammen, dem Eingang in eine enge Schlucht. An deren Aufweitung zu einem Tal liegt der wasserreiche „Schluchtbrunnen von Honadj“. Wir waren nicht die einzige durstige Gruppe dort: Nomadenfrauen zogen Eimer für Eimer das Wasser für die vielen Ziegen, Esel und Dromedare, die geduldig in genau dieser Reihenfolge anstanden, aus dem ca. 10 m tiefen Brunnen. Wir waren ihnen beim Wasserholen behilflich und füllten dann auch unsere Wasserkanister auf.
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Im Gegenzug für die uneigennützige männliche Hilfe restaurierten die Nomadenfrauen bei den Europäerinnen das offenbar nicht ihren Qualitätsvorstellungen entsprechende Make-up mit Hilfe des Kajalstiftes.

Vor der Oase Djanet liegt für die aus Westen kommenden Reisenden wie ein schmaler, aber ca. 150 km langer Sperrgürtel der Erg Admer, der nur an wenigen Stellen und mit einiger Anstrengung von schweren Fahrzeugen zu überqueren ist. Der lange steile Anstieg bis zum Scheitelpunkt der Dünen war auf dem unterschiedlich tragfähigen Sand nur mir sehr viel Anlauf und gnadenlosem Vollgas zu schaffen. Belohnt wurde die Auffahrt mit einem schönen Übernachtungsplatz.
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Bereits einige Zeit vor der Dünenüberquerung leuchtete in unserem Land Rover die Ladekontrolllampe ständig auf und der Wagen sprang mangels genügend Strom aus eigener Kraft nicht mehr an.
Da der Dieselmotor während der Fahrt kaum Strom benötigt, war das nicht weiter problematisch - bis wir in Djanet einfuhren und beim Tritt auf die Bremse die Bremslichter so viel Strom verbrauchten, dass der Motor mitten auf der Hauptstraße einfach stehen blieb. Mit Starthilfe ging's bis zum Campingplatz und die ausgebaute Lichtmaschine wies einen völlig abgenutzten Kohlestift auf. Passendes Ersatzteil: keine Chance! Also feilte und lötete ein begabter örtlicher Autoelektriker aus Schrottteilen einen brauchbaren Kohlestift zusammen, der tatsächlich bis fast nach Kassel halten sollte. Leider nur fast, da wir auf der Heimreise in tiefer, dunkler Nacht mit der nun endgültig kaputten Lichtmaschine ohne einen Funken Licht am Auto in einer hell erleuchteten Oase in Form einer 24-Stunden-Tankstelle im schönen Fritzlar stranden sollten.
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Bis es dazu kam, konnten wir uns noch in der echten Bilderbuchoase Djanet erholen und auf dem kleinen Markt unsere Vorräte wieder auffüllen.
Die Autos vollgetankt, ging die Reise nach Norden weiter durch das Gebirge Tassili N’ Ajjer mit seinen skurrilen Felsformationen und den Tausenden von Felszeichnungen.
Ein besonders gut erhaltenes Zeugnis aus vorislamischer Zeit, ein sogenanntes Schlüssellochgrab, ist in der Nähe von Djanet zu bewundern.
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Nach der Durchquerung des Tassili N’ Ajjer erreichten wir die neu gebaute Teerstraße, die dem extrem trockenen und bis vor wenigen Jahren mörderisch holprigen „Plateau du Fadnoun“ (leider) seinen Schrecken genommen hat.

Da wir noch etwas Zeit hatten, nahmen wir die Route nach Hassi-Messaoud über den kleinen Ort „Deb-Deb“ auf der alten, heute weitgehend verwehten Teerstraße durch den Grand Erg Oriental, eines der großen, zusammenhängenden Dünengebiet Algeriens. Da man wegen der Sandverwehungen sowieso meistens neben der Straße im weichen Sand fahren musste, war die Strecke ziemlich anstrengend und jeder blieb irgendwann aus Unachtsamkeit stecken und durfte sein Auto (mit solidarischer Hilfe) frei schaufeln.

An der alten Karawanenroute, nicht weit von der Straße, liegt oberhalb eines tiefen Brunnens das alte Fort „Sif Fatima“.
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Aus Lehmziegeln erbaut, steht die kleine, gut erhaltene Anlage heute leer. Sie diente zur Kolonialzeit den französischen Legionären als Stützpunkt für die Sicherung/Kontrolle der Karawanenrouten und der Brunnen. In Richtung Norden bis zur großen Oase El-Oued finden sich jeweils im Abstand von 60 bis 80 km, immer an einem Brunnen gelegen, weitere mehr oder weniger gut erhaltene Forts.

Die Weiterfahrt über Hassi-Messaoud, dem Erdölzentrum Algeriens, und El-Oued, der Hauptoase des „Souf“ mit seinen „Trichteroasen“, bis zum Grenzort Taleb Larbi war dann Routine.
Als wir in Tunis die nicht sehr volle „Carthage“ nach Genua bestiegen und auf dem Sonnendeck mit dem ersten kühlen Bier auf die gelungene Reise anstießen, begannen wir bereits die manchmal beklagte Hitze und den Staub der Wüste zu vermissen. Und so schmiedeten wir sofort Pläne für die nächste Wüstentour in 2003: Marokko und Mauretanien sollte es sein - und so geschah es dann auch.
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Unsere Meinung zu der Frage:
Sollen Geiseln nach ihrer Befreiung an den Kosten beteiligt werden?


In Südalgerien, im Bereich der „Gräberpiste“, sind im Frühjahr 2003 einige Reisende aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Holland und Schweden entführt und zum Teil über mehrere Monate in Geiselhaft genommen worden.

Auch wir hielten uns in diesem Gebiet auf – glücklicherweise schon im Sommer 2002. Glücklicherweise deshalb, weil wir genauso ahnungslos und ohne jegliche Vorwarnung in die Falle gefahren wären. Diejenigen, die ihre Entführung lebend überstanden haben, sollen nun neben den schlimmen Erlebnissen obendrein auch noch zur Kasse gebeten werden.

Nicht wenige Politiker und Journalisten stellen in den Medien stellvertretend für den „rechtschaffenen Staatsbürger“ die immergleiche Frage: Sollen Geiseln nach ihrer Befreiung an den Kosten beteiligt werden?

Die Frage ist an und für sich gar nicht so schlecht, zielt sie doch durch die allgemeine Formulierung nicht nur auf die „Sahara-Geiseln“ sondern auf alle Opfer, die gezielt oder zufällig in die Hände von Gangstern zum Zweck der (Lösegeld) Erpressung fallen. Kosten für die Befreiung fallen fast immer an. Nur wird wohl kaum jemand ernsthaft die abstruse Forderung aufstellen, dass die befreite Geisel z. B. eines Bankräubers sich auch noch an den Kosten der Befreiungsaktion beteiligen soll.

Nicht so bei den „Sahara-Geiseln“. Hier gilt plötzlich die Vernunft und das Solidaritätsprinzip nichts mehr. Auf die bei einer Umfrage gestellte Frage „sollen Geiseln nach ihrer Befreiung an den Kosten beteiligt werden?“ lautete eine der angebotenen Antwortmöglichkeiten: „eine Geiselnahme ist schlimm genug, wer so etwas überstanden hat, sollte nicht noch mit Rechnungen überhäuft werden“. Diese fand aber kaum Zustimmung. Nicht so die andere Antwortmöglichkeit: „wer sich wissentlich in gefährliche Gebiete begibt, muss damit rechnen, später zur Kasse gebeten zu werden“, sie wurde massenhaft unterstützt.

Dabei ist die letztgenannte Antwort auf die in der Überschrift formulierte Frage in höchstem Maße populistisch und im Bezug auf die Sahara-Geiseln (auf die sich die sehr allgemein gehaltene Frage in Wahrheit bezieht) schlichtweg falsch.

Würden die selbsternannten Richter sich die Mühe machen, in dieser Sache etwas genauer zu recherchieren, wüssten sie, dass die erfahrenen und bestens ausgerüsteten  "Sahara-Geiseln" keinesfalls WISSENTLICH in gefährliche Gebiete gefahren sind. Ganz im Gegenteil - das Sahara-Gebiet, das von den heute glücklicherweise Befreiten bereist wurde, galt sowohl offiziell (Auswärtige Ämter) als auch inoffiziell (Reiseagenturen, Saharafahrer etc) nicht als gefährlich im Sinne von Terror, Entführung oder anderer Gewaltpotenziale. Aktuelle Reisewarnungen existierten nicht!
Aus diesem Grunde ist das meist unterstellte wissentliche Inkaufnehmen einer erheblichen Gefahr schlicht und einfach falsch. Diese Behauptung dient allenfalls zu einer äußerst fragwürdigen Manipulation der öffentlichen Meinung in Verbindung mit Desinformation.

Die Frage, ob Geiseln sich an den Kosten ihrer Rettungsaktion beteiligen sollen, wenn sie sich wissentlich (also die erhebliche Gefahr kennend) in gefährliche Gebiete oder Situationen begeben haben, würden wir wegen des generellen Charakters dieser Frage durchaus mit „ja“ beantworten.

„Eine Geiselnahme ist schlimm genug, wer so etwas überstanden hat, sollte nicht noch mit Rechnungen überhäuft werden“. Diesen Satz bejahen wir ganz eindeutig im Zusammenhang mit Geiseln, die ohne eigenes Verschulden zu solchen geworden sind - wie z.B. die "Sahara-Geiseln".

In der HNA vom 13.09.2003 findet sich zu dem Thema ein einziger kritischer Leserbrief, der sich mit der zuvor als Umfrage getarnten Hetzkampagne gegen Menschen, „die unter Reisen etwas anderes verstehen als den täglichen Kampf um eine Sonnenliege am Pool eines All-Inclusive-Ghettos“ auseinandersetzt.
Die unsere Überzeugung offenbar teilende Leserbriefschreiberin schließt mit einer pikanten Pressenotiz am Rande: „Die australische Regierung hat wegen der Gefahr terroristischer Anschläge eine Reisewarnung für die Bundesrepublik herausgegeben. Urlaub in Deutschland - bodenloser Leichtsinn! Was nun?“

Unsere Antwort darauf ist klar: Die Sahara ist riesengroß und in vielen Regionen nicht gefährlicher als andere „beliebte“ Urlaubsziele - einschließlich Deutschland.
So waren wir im Sommer 2003 mit Freunden in Marokko und Mauretanien unterwegs – unbeschadet aber um etliche schöne Erfahrungen reicher.

Heide Roll
Frank Kresse